Ratgeber · Kultur

Samische Kultur in Tromsø: Rentiere, Lavvu und Joik

Hinter jedem Rentier bei Tromsø steht eine samische Familie. Hier erfährst du, was du über die Kultur der Samen wissen solltest, bevor du ihr Camp besuchst, und wo du mehr über sie lernen kannst.

Verfügbarkeit prüfenab 178 € · kostenlos absagbar

Redaktion tromsorentierfarm.deAktualisiert am 3. Oktober 2026etwa 7 Min. zu lesen10 Quellen

Kurz gesagt

01Wer die Samen sind
Das indigene Volk im Norden; in Norwegen leben nach Schätzungen 40.000 bis 45.000 Samen.1
02Rentierzucht
Die Rentiere bei Tromsø sind domestiziert und gehören den Samen.2
03Erleben
Im Camp mit Lavvu, Geschichten am Feuer und Joik; ab 159 € mit Mittagessen.
04In der Stadt
Ein Stadtrundgang zu samischer Geschichte und Mythologie, ab 52 €.
05Termin
Rund um den samischen Nationalfeiertag am 6. Februar feiert Tromsø die Samische Woche.3

Wer die Samen sind

Die Samen sind das indigene Volk im Norden Skandinaviens und auf der Kola-Halbinsel. Ihr Siedlungsgebiet erstreckt sich über Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. In Norwegen leben nach Angaben des Norwegischen Polarinstituts schätzungsweise 40.000 bis 45.000 Samen, davon rund 25.000 in der nördlichsten Region Finnmark.1 Sie haben eigene Sprachen, eine eigene Flagge und ein eigenes Parlament in Norwegen.

Die samische Kultur ist keine Folklore aus vergangenen Zeiten, sondern Gegenwart. Samen arbeiten als Lehrerinnen, Ingenieure, Künstlerinnen und eben auch als Rentierzüchter. Nur ein Teil der Samen lebt von den Rentieren, doch die Rentierzucht ist ein zentraler Teil ihrer Kultur und das, was Gäste bei Tromsø am häufigsten erleben. Viele Samen leben heute in Städten, auch in Tromsø.

Wenn du ein Camp besuchst, triffst du also Menschen, die ihre eigene Kultur zeigen und erklären. Das ist eine Einladung, keine Vorführung. Hör zu, frag nach und behandle Kleidung, Gegenstände und Tiere so, wie du es bei jedem Gastgeber tun würdest. Die meisten Guides freuen sich über echtes Interesse und beantworten gern auch persönliche Fragen. Respekt beginnt mit Neugier. Ein offenes Ohr hilft.

Geschichte und Gegenwart

Samische Kultur in einigen Stationen

  1. 1751

    Lappekodizill

    Ein Zusatz zum Grenzvertrag erkennt die Rechte der Samen an, Rentiere zu hüten.4

  2. Frühes 20. Jahrhundert

    Joiks werden gesammelt

    Karl Tirén hält in Schweden Joiks fest.5

  3. Heute

    Rentierzucht

    Die Rentiere bei Tromsø gehören den Samen.2

  4. 6. Februar

    Nationalfeiertag

    Tromsø feiert die Samische Woche.3

  5. Samische Woche

    Meisterschaften

    Lassowerfen am Samstag, Rentierrennen am Sonntag.6

Rentierzucht als Lebensgrundlage

Die Rentiere in der Region Tromsø sind keine Wildtiere. Es sind domestizierte Tiere, die den Samen gehören, die seit Jahrhunderten Rentierzucht betreiben.2 Wer Rentiere am Straßenrand sieht, sieht also immer Tiere mit einem Besitzer, auch wenn kein Zaun in der Nähe ist. Füttere deshalb nie Rentiere am Straßenrand, auch wenn sie zutraulich wirken; das ist Sache ihrer Besitzer.

Das Recht, Rentiere zu hüten, ist alt. Ein Zusatz zum Grenzvertrag von 1751, das sogenannte Lappekodizill, sollte die Weiderechte der Samen in den Grenzgebieten schützen und erkannte bestehende Rechte zum Hüten von Rentieren an.4 Die Herden zogen damals wie heute zwischen Sommer- und Winterweiden, ohne sich an Landesgrenzen zu halten. Die Geschichte der Samen ist damit eng mit der Geschichte der Grenzen im Norden verbunden.

In Troms weiden manche Herden das ganze Jahr auf den Inseln an der Küste, andere ziehen im Winter ins Landesinnere.7 Für eine Familie bedeutet das ein Leben im Rhythmus der Tiere, der Weiden und des Wetters. Wenn dir im Camp jemand von Wanderungen und Weideplätzen erzählt, hörst du von einem Alltag, der sich über Generationen weitergetragen hat. Hör aufmerksam zu, denn diese Geschichten erzählt dir kein Reiseführer.

Bewertungen

Wie Gäste die Kultur-Touren bewerten

Punkte
Stadtrundgang: 4,94 4,94 StadtrundgangSchlitten & Kultur: 4,79 4,79 Schlitten & KulturCamp & Kultur: 4,71 4,71 Camp & KulturFüttern & Kultur: 4,70 4,70 Füttern & KulturSchlitten, Kultur, Lunch: 4,62 4,62 Schlitten, Kultur, Lunch
Gesamtnoten laut GetYourGuide.

Angebote

Wo du samische Kultur bei Tromsø erlebst

AngebotDauerNotePreis ab
Camp & samische Kultur mit Mittagessen4 Std.4,71ab 159 €
Füttern & samische Kultur mit Mittagessen4,5 Std.4,70ab 159 €
Schlitten, Füttern & samische Kultur2,5 bis 3,5 Std.4,79ab 118 €
Schlitten & samische Kultur mit Mittagessen4,5 Std.4,62ab 207 €
Stadtrundgang: samische Geschichte & Mythologie2,5 Std.4,94ab 52 €

Werte der Tourseiten bei GetYourGuide. Beträge gelten ab, je Person.

Wege zur Kultur

Im Camp oder in der Stadt

Tromsø: Reindeer Camp and Sami Cultural Tour with Lunch Empfehlung

Camp mit Mittagessen

Kultur und Rentiere

Dauer
4 Std.
Preis
ab 159 €
Note
4,71
Termine prüfen
Tromsø: Reindeer Sledding, Feeding & Sami Culture Experience Günstig

Schlitten und Kultur

Kurz und kompakt

Dauer
2,5 bis 3,5 Std.
Preis
ab 118 €
Note
4,79
Termine prüfen
Tromsø City Walking Tour with Sámi History & Mythology In der Stadt

Stadtrundgang

Geschichte und Mythologie

Dauer
2,5 Std.
Preis
ab 52 €
Gruppe
bis 8 Personen
Termine prüfen

Entscheidungshilfe

Wie möchtest du die Kultur der Samen kennenlernen?

Drei Wege, je nach Zeit und Interesse.

Camp mit Mittagessen

Kultur, Tiere und Essen im Lavvu.

Schlitten und Kultur

Kompakt in 2,5 bis 3,5 Stunden.

Stadtrundgang

Kleine Gruppe, ab 52 €.

Samische Woche im Februar

Rund um den 6. Februar.3

Es sollte die Weiderechte der Samen in den Grenzgebieten schützen und umfasste die Anerkennung bestehender Rechte, Rentiere zu hüten.

Norwegian Polar Instituteaus dem Englischen übertragen · Quelle 4

Der Lavvu: das Zelt der Samen

Der Lavvu ist das traditionelle Zelt der Samen. Er besteht aus Stangen, die oben zusammenlaufen, und einer Plane darüber; in der Mitte brennt ein Feuer, dessen Rauch durch die Öffnung oben abzieht. Das Zelt ließ sich schnell abbauen und mitnehmen, was es für ein Leben mit wandernden Herden ideal machte. Heute ist der Lavvu bei Besuchen in Rentier-Camps der wichtigste Ort zum Aufwärmen und Zusammensitzen.

Bei Besuchen in einem Rentier-Camp ist der Lavvu meist der Ort, an dem gegessen und erzählt wird. Visit Tromsø beschreibt, dass Füttern und Schlittenfahren oft mit Geschichten am Feuer in einem Lavvu verbunden werden.8 Du sitzt auf Bänken oder Fellen rund um das Feuer, und nach der Kälte draußen wird es schnell gemütlich. Für viele Gäste ist das der Moment, in dem sie die Kultur der Gastgeber am stärksten spüren.

Manche Camps haben zusätzlich eine Gamme, eine traditionelle Hütte, die mit Erde und Grassoden bedeckt ist. Tromsø Arctic Reindeer etwa lädt nach eigenen Worten zu einer warmen Mahlzeit am Feuer in der Gamme der Familie ein.9 Ob Lavvu oder Gamme: Es ist der Raum, in dem die Gastgeber am meisten von sich erzählen. Frag ruhig nach, wie das Zelt oder die Hütte gebaut ist.

Checkliste

Gute Gäste bei samischen Gastgebern

01

Bitte tun

  • Vor dem Fotografieren fragen
  • Beim Joik zuhören, Filmen vorher klären
  • Fragen zur Kultur stellen
  • Vegetarisches Essen bei der Buchung angeben
02

Lieber lassen

  • Abwertende alte Bezeichnungen
  • Trachten oder Gegenstände ungefragt anfassen
  • Rentiere am Straßenrand füttern

Kostenrechner

Kulturbesuch für alle Mitreisenden

Sieh, was ein Tag bei samischen Gastgebern für euch zusammen kostet.

Personen 2

Gesamt ab318 €

pro Gast ab 159 €

Verfügbarkeit prüfenkostenlos stornierbar

Startpreise laut GetYourGuide, Umrechnung mit dem Referenzkurs der EZB. Genau wird es erst beim Buchen.

Video

Die Samen: ihr Leben mit den Rentieren

Das Video wird erst mit dem Play-Tipp geladen.

Der Joik: Gesang, der jemanden beschreibt

Der Joik ist eine traditionelle Form des Gesangs der Samen.5 Anders als ein Lied über jemanden versucht ein Joik oft, eine Person, ein Tier oder einen Ort selbst hörbar zu machen. Er hat häufig wenig oder keinen Text, und die Melodie trägt das, was gesagt werden soll. Man sagt deshalb oft, man joike einen Menschen, statt über ihn zu singen. Ein Joik gehört oft zu einem bestimmten Menschen und wird ihm wie ein Geschenk gewidmet.

Der Joik hat eine bewegte Geschichte. Über lange Zeit wurde er unterdrückt, und Sammler bemühten sich, ihn festzuhalten. Einer der wichtigsten Sammler von Joiks in Schweden zu Beginn des 20. Jahrhunderts war Karl Tirén.5 Heute ist der Joik wieder lebendig, in der Familie ebenso wie auf Bühnen und in moderner Musik. Wer mag, findet nach der Reise viele Aufnahmen von Joiks, um weiterzuhören.

Bei vielen Besuchen im Camp singt der Guide zum Abschluss einen Joik. Gäste nennen diesen Moment oft als einen der bewegendsten des Tages. Hör einfach zu; wenn du filmen möchtest, frag vorher nach. Ein Joik kann sehr persönlich sein, und ein kurzer Blick der Rücksicht wird geschätzt. Es ist ein Geschenk an die Gäste. Ein stiller Moment des Zuhörens ist die schönste Antwort darauf.

Essen am Feuer

Zum Besuch gehört bei vielen Touren eine warme Mahlzeit im Lavvu. Oft ist es ein Eintopf mit Rentierfleisch. In der samischen Küche heißt ein solcher Rentiereintopf mit Kartoffeln und Karotten Bidos, und er wird traditionell auch bei großen samischen Hochzeiten serviert.10 Ein Gericht für viele Menschen also, das wärmt und satt macht, und genau das Richtige nach einigen Stunden in der Kälte bei der Herde.

Gäste erwähnen in ihren Bewertungen den Rentiereintopf ebenso wie heiße Schokolade am Feuer. Ein Gast aus Frankreich schreibt, dass es zum Mittagessen eine Suppe mit vegetarischer Option gab. Wenn du kein Fleisch isst, sag das am besten schon bei der Buchung, damit die Gastgeber planen können. Auch heiße Getränke am Feuer gehören für viele Gäste zu den schönsten Erinnerungen an den Tag.

Essen ist in der samischen Kultur eng mit den Rentieren verbunden. Wer Fleisch, Fell und Geweih nutzt, verschwendet wenig, und viele Gastgeber erklären gern, was aus einem Tier alles gemacht wird. Das kann für manche Gäste ungewohnt sein, gehört aber zu einem ehrlichen Blick auf ein Leben mit Rentieren. Wer offen nachfragt, lernt hier viel über Nachhaltigkeit im Alltag. Frag ruhig nach, wenn dich etwas interessiert.

Die Samen in Tromsø: Feste und Termine

Wer im Februar in Tromsø ist, erlebt die Stadt von ihrer samischen Seite. Jedes Jahr findet die Samische Woche statt, verbunden mit dem samischen Nationalfeiertag am 6. Februar.3 Für Reisende ist das eine besondere Gelegenheit, die samische Kultur nicht nur im Camp, sondern mitten im Leben der Stadt zu erleben. Wer in dieser Zeit reisen kann, sollte die Unterkunft früh buchen und das Programm vorher ansehen.

Zu den Höhepunkten gehören die Wettbewerbe. Zum Programm zählen am Samstag die Norwegischen Meisterschaften im Lassowerfen und am Sonntag die Norwegischen Meisterschaften im Rentierrennen.6 Wer zuschauen möchte, plant warme Kleidung und Geduld ein, denn draußen zu stehen ist im Februar kalt. Beide Wettbewerbe zeigen Fähigkeiten, die in der Arbeit mit der Herde gebraucht werden, und sind deshalb mehr als nur ein Spektakel für Gäste.

Auch außerhalb des Februars kannst du die Samen in Tromsø kennenlernen. Ein Stadtrundgang zu samischer Geschichte und Mythologie dauert 2,5 Stunden, nimmt höchstens 8 Teilnehmer mit und beginnt ab 52 €. Seine Gäste bewerten ihn mit 4,94 Punkten. Für alle, die vor oder nach dem Camp mehr wissen möchten, ist er eine gute Ergänzung. Der Rundgang findet in der Stadt statt und braucht keine Anfahrt.

Samische Kultur mit Respekt erleben

Ein Besuch bei einer samischen Familie ist eine Begegnung, keine Kulisse. Frag, bevor du Menschen fotografierst, und frag nach, bevor du einen Joik filmst. Trachten und Gegenstände sind keine Requisiten; viele haben eine Bedeutung für die Familie, die sie trägt oder benutzt. Wenn du unsicher bist, frag einfach, was erlaubt ist. So zeigst du, dass du als Gast und nicht als Zuschauer kommst.

Vermeide alte Bezeichnungen, die heute als abwertend gelten. Die Selbstbezeichnung ist Samen oder samisch, und die meisten Gastgeber erklären gern den Unterschied zwischen den samischen Sprachen und Regionen. Wer interessiert nachfragt, erfährt viel mehr als jemand, der nur auf das nächste Foto wartet. Schon ein paar Fragen zur Sprache oder zur Region öffnen viele Gespräche. Zuhören ist dabei wichtiger als Reden.

Ein Gast aus Großbritannien hätte gern ein Buch über die Samen im Shop des Camps gekauft, um mehr zu lernen. Das ist ein guter Gedanke: Nimm etwas mit, das dir hilft, nach der Reise weiterzulesen. Ein Besuch im Camp ist ein Anfang, kein Abschluss, und die Kultur der Samen ist reicher, als ein Nachmittag zeigen kann. Lies nach der Reise weiter, und die Begegnung bleibt lebendig.

Besuch buchen

Die Herde wartet schon auf ihren Futtereimer.

Platz sichern ohne Vorauszahlung, Absage bis einen Tag vorher gratis.

Du fragst,wir antworten.

Wer sind die Samen?

Das indigene Volk im Norden Skandinaviens. In Norwegen leben nach Schätzungen 40.000 bis 45.000 Samen.1

Gehören die Rentiere bei Tromsø jemandem?

Ja, den Samen. Es sind domestizierte Tiere, keine Wildtiere.2

Was ist ein Lavvu?

Das Zelt der samischen Tradition In Rentier-Camps wird darin gegessen und erzählt.8

Was ist ein Joik?

Eine traditionelle Form des Gesangs der Samen. Bei vielen Besuchen singt der Guide zum Abschluss einen Joik.5

Wann ist der samische Nationalfeiertag?

Am 6. Februar. Rund um diesen Tag feiert Tromsø die Samische Woche.3

Was passiert in der Samischen Woche?

Unter anderem Meisterschaften. Am Samstag im Lassowerfen, am Sonntag im Rentierrennen.6

Darf ich die Gastgeber fotografieren?

Frag vorher. Das gilt für Menschen und für den Joik; die meisten sagen gern ja.

Tromsø: Rentierschlitten & Füttern mit samischem Guide 4,8 (6.854) · Kostenlos stornierbar Häufig 6 Tage vorher komplett belegt ab178 € Verfügbarkeit prüfenab 178 € · jetzt sichern, später zahlen